Texte
Einige Texte, deren Verbreitung vielleicht wünschbar ist.
Ein Text der antifa-c
Unsere Erde hat uns diese Kinder bloß vererbt
"Von Gesellschaft versteht man so viel, dass sie CO2 ausstößt und von Natur, dass ihr Klima dasselbe nicht verträgt." - Weiterer Versuch mit dem gerade opportunen Klimazeugs zurande zu kommen. Neben Philosophischem (Ideologogiekritischem) auch ein wenig Geschichtliches und ebenso die Erörterung der Möglichkeit eines grünen Kapitalismus.
Der Text widmet sich außerdem dem Andenken Walter Benjamins.
Rambo – Last Blood
Keine Welt für Helden
"Manche Filme sind starke Dokumente ihrer Zeit, ohne sich dessen im Ernst auch nur ansatzweise bewußt zu sein. Sie können einfach nicht anders, weil ihre Zeit sie zum Realismus beziehungsweise zur Darstellung der eben gesellschaftlich vorausgesetzten Selbstverständlichkeiten drängt."
Rezension des neusten Films von Sylvester Stallone. Dieser wegen Filmen wie "The Party at Kitty and Stud's", "No Place to Hide" oder auch dem ersten Rocky (Italian Stallion) in gutem Gedächtnis gebliebene Filmemacher und Schauspieler hat nämlich einen weiteren Abschnitt aus dem Leben von John Rambo gedreht. Man erinnere sich: dieser Ultrakommandosoldat, der dann nach seiner Rückkehr aus Vietnam einen kleinen Guerillakrieg innerhalb der Vereinigten Staaten führte. Diesmal lebt er als Kauz auf dem Land.
Aus unseren Gerichtssälen – N°2
Gefährliche Klappbewegungen aus den Unterschenkeln
16. September 2019, 8:50 Uhr, Amtsgericht Tiergarten. Ein weiteres, diesmal deutlich länglicheres juristisches Theaterstück anlässlich der großen Drückerei in der Skalitzer (wir berichteten). Heute mit dem zusätzlichen Plot, dass die unfreiwillige Protagonistin des Morgens einem Polizisten gegen das gepanzerte Schienbein getreten haben soll, weshalb sie nun schwer angeschuldigt auf dem Anklagestuhl des hohen Hauses unserer Justiz sitzt. Bühnenbild wie gehabt: Billiger Boden aus Linoleum, schäbige Plastikmöbel, einige Sitzreihen für die Öffentlichkeit, gelangweilte Praktikantin, dazu eine untätige Staatsanwältin, ein Richter mit Ohrring links und Turnschuhen unten, aber mit Robe, eine Anwältin und natürlich unsere Angeklagte. Die Sekretärin nicht zu vergessen.
Eine Notiz und ein Interview
Hongkong: Anarchisten im Widerstand gegen das Auslieferungsgesetz
Hongkong, dieses Drehkreuz für internationale Konzerne und Banken, wird von einer Welle teils sehr turbulenter Proteste gegen ein neues Auslieferungsgesetz heimgesucht. In deren Verlauf wurde etwa eine Polizeiwache belagert und mit Eiern beworfen oder das allerdings leere Parlament gestürmt und dort medienwirksam die Flagge des untergegangenen britischen Kolonialreiches gehisst. Überhaupt war immer wieder die halbe Stadt auf den Beinen, um gegen die Zumutungen des chinesischen Staats zu protestieren.
Aus unseren Gerichtssälen – N°1
Das große Gedrücke in der Skalitzer
6. September 2019, neun Uhr morgens, Amtsgericht Tiergarten. Auf der Tagesordnung steht der zweite Prozess wegen »Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte« und Landfriedensbruch gegen Genossen, die bei der Kundgebung aus Anlass der Besetzung von leerstehenden Gewerberäumen in der Skalitzer Straße im letzten Oktober dabei waren. Die Leute wollten die Räume für irgendetwas mehr oder weniger Sinnvolles nutzen, einen Sportraum oder so.
Broschüre erschienen
Die Helden sind Leise von Ivan Tuw
Eine kleine Broschüre ist in Leipzig erschienen. Sie sie handelt von der untergegangenen DDR, dem Osten des dann 1989 vereinigten Deutschlands, Pegida, der AfD aber auch den Leipziger Autonomen. Sie kontrastiert das mit den Protestbewegungen Frankreichs, zuletzt der Bewegung der Gelbwesten. Die Zukunft sieht er in den von Frankreich eingeführten Zones à défendre. Zum selbst ausdrucken, heften, lesen und verteilen.
"100 Jahre Novemberrevolution, 50 Jahre antiautoritäre Revolte und 30 Jahre Zerfall des Ostblocks. Es gibt einiges zu feiern, zu bedauern und zu reflektieren. Letzteres insbesondere in Ostdeutschland. Mit selbigen Parolen vergangener Jahrzehnte wird ein faschistisches Programm unterstützt und im Parlament scheinen jene Untertanen stärkste Kraft zu werden. Es geht auffällig alt zu. Viel Aufmerksamkeit all jenen, die einer Post-DDR Generation fehlt. Hier sammelt sich noch am ehesten Mut und Hoffnung, wenngleich die staatlichen Schikanen ungleich höher sind. Die (radikale) Linke verliert sich dabei in bequemer Distinktion und Moral. Der Blick nach Westen könnte Neues ermöglichen. Frankreich ist seit wenigen Jahren Kristallisationspunkt sozialer Kämpfe auf der Höhe der Zeit. Man agiert radikal und abseits des Milieus. Stets bemüht, die Kritik im Handgemenge Wirklichkeit werden zu lassen und der Trostlosigkeit würdevoll zu trotzen." - Klappentext
Text aus dem Großem Thier N°14
Kritik an der Guerilla kommt nur aus der Guerilla.
Wolfgang Pohrt wurde Ende der 1960er durch Che Guevara politisiert und nicht durch Karl Marx. Revolution war ihm stets eine praktische Frage, aber keine der aus dem Zerfall der ursprünglichen 1968er-Bewegung entstandenen Strömungen war ihm gut genug. Er trauerte der Leichtigkeit der Demonstrationen und Versammlungen der ersten Zeit nach, “mit denen durchaus nicht zu spaßen war“ und die deshalb „um soviel vergnüglicher waren, als heute selbst die Linken Feste sind.“ So wenig Pohrt in einen der praktischen Flügel der damals sehr vielschichtigen radikalen Linken paßte, er paßte noch weniger in den akademischen Flügel derselben.
Anschlag auf die Neue Heimat in Berlin (März 82)
Aus Anlaß eines Essais über Wolfgang Pohrt im großen Thier dokumentiertes Bekennerschreiben der Revolutionären Zellen.
Seit Jahren suhlt sich im Schweinepfuhl der Wohnungsbaugesellschaften ein ganz besonderes fettes Schwein die gemeingefährliche Neue Heimat. Gegen ihr Berliner Verwaltungsgebäude haben wir heute Nacht einen Anschlag verübt.
Es ist besonders widerlich, wenn ein gewerkschaftseigener Konzern seine Klienten dermaßen bescheißt, wie das die NH seit Jahren tut. Nicht nur die persönliche Bereicherung bis in die letzte Managementstufe, sondern auch das Verhalten als Wohnungseigentümer ist ekelerregend. Nach den Spiegel- Veröffentlichungen erübrigt sich dazu jedes weitere Wort.
Integration durch Arbeit
Zu schlecht für die Leser von Brand II, ehemals Aufheben I, gerade gut genug für die Leserinnen des Großen Thiers N°14, in dem dieser Text erschien.
Um Arbeit dreht sich im Kapitalismus alles. Im Grunde ist sie ein echtes Ärgernis, vor allem wegen ihrer gesellschaftlichen Rahmenbedingung. Der Sozialismus will die Arbeit daher besser organisieren, der utopische Kommunismus sogar aufheben. da es albern sei, all unsere Tätigkeiten unter einen Begriff zu subsumieren, ausser eben im Kapitalismus, der die Arbeit zu seinem Angelpunkt erhebt. Das Problem mit der Arbeit besteht dabei auch darin, dass sie gegenwärtig das einzige Mittel ist, die Leute bei Stange zu halten, mithin in die Gesellschaft zu integrieren. Jeder weiss zum Beispiel, dass etwa die ganzen Menschen, die die letzten Jahren und Jahrzehnte nach Deutschland schwappten, Arbeit brauchen und sonst kaum etwas. Der Rest, etwa die ominöse Integration oder die Übernahme unserer Werten, würde sich schon einstellen, wenn man sie nur in den Arbeitsprozess eingliedern würde. Spätestens bei ihren Kindern. Wo sie herkommen ist oft Krieg, aber im Grunde fliehen sie, da es dort zu wenig Arbeit gibt. Hier haben sie dann im Grunde dasselbe Problem, nur dass sie besser alimentiert werden. Es ist schliesslich überall das Kapital, dass die Arbeit organisiert und so gibt es immer zu wenig davon, wenn die Einzelnen, die arbeiten dürfen, auch eher zu viel davon haben.
Ad Imperialismus
Nebst Spieglung eines Beitrags der Gruppen gegen Kapital und Nation und Verweis auf einen anderen Blog
Die Linke ist seit Jahren von einer Sprachlosigkeit gegenüber den Geschehnissen der internationalen Politik geprägt. Allenfalls hat sie eine gewisse Moral auf ihrer Seite. Aber so sehr letztlich die Moral einen Faschisten von einen Humanisten unterscheidet, sie ist ein schlechter Ratgeber in politischen Fragen. Man denke nur an die im Namen der Moral und vorgeblich gegen die neurechte Gefahr gerichtete Propaganda für die Europawahl seitens vieler auch radikaler Linken, die in ihrer naiven Form doch einfach nur auf die Unterstützung des deutsch-europäischen Imperialismus hinausläuft.
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